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Physikalische Grundlagen der multispektralen Fernerkundung
(eine Arbeitsgruppe von CENSIS)
Universität Hamburg II. Institut für Experimentalphysik
Mitarbeiter:
Kontakt:
unterstützt durch die Volkswagen-Stiftung
Publikationen im Projekt
Beispiel: klassifizierte Szene
<<-- Zoom in ein Luftbild hinein !
Hier gibt's ein bißchen Software:
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Kontaktanschrift:
Prof. Hartwig Spitzer, Tel: 8998 2313
Luruper Chaussee 149, 22761 Hamburg
Fax: 040 8998 3282
E-mail: hartwig.spitzer@desy.de
Arbeitsschwerpunkte - Gruppenprofil
Multispektrale Fernerkundung
->postscript version (38 kB)
Die Erdbeobachtung mithilfe von Luft- und Satellitenbildern gewinnt
in Forschung und Anwendungspraxis stetig an Bedeutung.
Dabei werden verstärkt Sensoren eingesetzt, die in verschiedenen
Spektralbereichen abbilden (sichtbares Licht, verschiedene Infrarotkanäle, Radar).
Im Rahmen der 'Arbeitsgruppe für Naturwissenschaft und Internationale
Sicherheit in der Universität Hamburg (CENSIS)'
beschäftigt sich
ein Projekt des II. Instituts für Experimentalphysik unter Leitung von
Prof. Dr. Hartwig Spitzer mit den
physikalischen Grundlagen der Fernerkundung und der Methodenentwicklung
für die rechnergestützte Bildauswertung.
Das Projekt soll einen Beitrag zur digitalen Aufbereitung und Verarbeitung von multispektralen
Fernerkundungsbildern liefern. Ziel der Arbeit ist es, physikalische Aspekte der
Bildentstehung, die bei Klassifizierung von Objekten in fernerkundeten Multispektralbildern von Bedeutung sind, zu berücksichtigen und
Klassifizierungsverfahren weiterzuentwickeln.
Der Anwendungsbezug der Arbeiten richtet sich auf zwei Gebiete:
- Klassifizierung städtischer Flächen für die Stadtplanung
- Änderungsdetektion für Anwendungen in der Rüstungskontrolle
und bei vertrauensbildenden Maßnahmen (z.B. Open-Skies-Vertrag)
Zur Zeit werden folgende Teilprojekte durchgeführt:
- Rechnergestützte Klassifikation städtischer Flächen mit
Bilddaten aus 10 Spektralkanälen und Abschätzung der
Klassifikationsgenauigkeit
- Rechnergestützte Änderungsdetektion auf Multispektralbildern
- Messung des bidirektionalen Reflektanzverhaltens
städtischer Flächen im Labor, im Freien und mit
flugzeuggestützten Sensoren
- Modellierung des bidirektionalen Reflektanzverhaltens
städtischer Oberflächen unter Verwendung der
Oberflächenrauhigkeit für Wellenlängen von 0.42 - 2.35 µm.
- Thermalkartierung städtischer Gebiete gestützt
auf Bilddaten eines Multispektralscanners und Klassifikation
Folgende Projekte sind abgeschlossen:
- Implementierung und Vergleich verschiedener Entzerrungs-
bzw. Registrierungsverfahren für die Bilddaten von
flugzeuggetragenen Multispektralscannern
- Das Farbkonstanzproblem in der multispektralen Fernerkundung - Untersuchungen
zur Abhängigkeit der Signale von der Oberflächenneigung
Problemstellung und Vorgehen
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich vorrangig mit signalnahen
Fragestellungen bei der Bildentstehung. Für die Änderungsdetektion
muß zunächst die Vergleichbarkeit verschiedener Aufnahmen derselben
Szene gewährleistet werden. Insbesondere muß das aufgenommene
Bildsignal auf physikalische Reflektanzen zurückgeführt werden, um
Aussagen machen zu können, die unabhängig von der
Beleuchtungsstärke durch Sonne, diffuses Licht und Luftlicht sowie
Transmission der reflektierten Strahlung durch die Atmosphäre sind.
Hierzu werden zunächst die aktuellen Kalibrationsdaten der einzelnen
Spektralkanäle des Sensors benötigt, um die Grauwerte in
Strahldichten umzuwandeln.
Zur Feststellung von Änderungen ist es weiterhin wichtig, die intrinsische
Variabilität künstlicher Objekte abzuschätzen, die von ihren
bidirektionalen Reflektanzeigenschaften bezüglich Beleuchtungs-
und Beobachtungsrichtung und ihrer Ausrichtung zu Sonne und Himmelslicht
abhängt. Nur mit dem Wissen um die intrinsische Variabilität eines
Objekts kann die Signifikanz einer Änderung beurteilt werden. In der
Fernerkundung ist es üblich, die Winkelabhängigkeit der Reflektanz
durch die sogenannte 'Bidirectional Reflectance Distribution Function' (BRDF)
zu beschreiben. Sie ist definiert als der Quotient aus reflektierter
Strahldichte und einfallendem Strahlungsfluß der jeweiligen Richtung.
Bei der Klassifizierung wird jedes Bildelement durch statistische
Anpassungs- bzw. Sortierverfahren einer Objektklasse zugeordnet. Zur
Validierung der Zuordnung sind Testgebiete mit genau bekannten Objektklassen
erforderlich. Diese Klassen werden entweder bei Bodenbegehungen erhoben oder
hochaufgelösten Luftbildern entnommen.
Kurzbeschreibung der durchgeführten Experimente
Seit Projektbeginn haben wir einen Bestand an eigenen Bilddaten von jeweils
demselben Gebiet aufgebaut. Bildflugkampagnen über Nürnberg wurden
im August 1991, April 1992, Oktober 1994, Juli 1995 und August 1997
durchgeführt. Damit stehen Multispektralbilder aus drei Jahreszeiten und
aus fünf Jahren zur Verfügung. Es können sowohl durch
Bautätigkeit veränderte Objekte als auch die jahreszeitliche
Variabilität unveränderter Objekte untersucht werden.
Verwendet wurde der Multispektral-Scanner DAEDALUS AADS 1268 des Deutschen
Forschungszentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Wessling. Dieser
Scanner hat elf Spektralkanäle vom Sichtbaren bis zum thermischen
Infrarot mit einer radiometrischen Auflösung von Δ λ ≥
0.02 µm und einer geometrischen Auflösung von 2.5 mrad, entsprechend
einer Bodenauflösung von 75 cm bei einer Flughöhe von 300 m. Bei
wolkenlosem Himmel wurden Multispektralbilder aus unterschiedlichen Höhen
(300 m, 900 m, 1800m), sowie Schwarz-Weiß-Photographien (1991/92) bzw.
Falschfarbenphotographien (ab 1994) aufgenommen. Die überflogenen Gebiete
umfassen das Nürnberger Flughafengelände, Gewerbe- und Wohngebiete
sowie Grün- und Flußgebiete.
Während die Überfliegungen der Vorjahre um die Mittagszeit
(12.00 - 13.00 Uhr) durchgeführt wurden, wurden 1997 zwei zusätzliche
Bildflüge um 6.00 Uhr (vor Sonnenaufgang) und um 9.00 Uhr vorgenommen.
Hierdurch kann die tageszeitliche Variation des thermischen Signals
besser erfaßt werden. Zur Kontrolle wurde die Oberflächentemperatur
von Testflächen auch mit Bodensensoren gemessen.
Im Januar 1999 wurde eine zweiwöchige Meßkampagne zur Bestimmung
der BRDF von städtischen Oberflächen durchgeführt. Hierzu
wurde ein Goniometer des 'Joint Research Center' der Europäischen Union
in Ispra, Italien, genutzt. Diese Einrichtung erlaubt Reflektanzmessungen mit
frei wählbaren Beobachtungs- und Beleuchtungsrichtungen. BRDF-Werte von
insgesamt 18 Proben wurden hyperspektral mit einer Halogenglühbirne als
Leuchtquelle bestimmt. Für 3 Proben wurden die Reflektanzen unter
Berücksichtigung der Polarisation bestimmt, wobei ein HeNe Laser als
Lichtquelle diente.
Im Gegensatz zu photographischen Aufnahmen sind luftgestützte
Scanneraufnahmen entschieden schwerer zu entzerren als Photographien, da sie von der Bewegung
des Flugzeugs über einen längeren Zeitraum abhängen.
Zu einer durch Paßpunkte bestimmten Koordinatentransformation sind daher
lokal adaptive Transformationsfunktionen notwendig.
Unsere Arbeitsgruppe hat verschiedene
Verfahren zur Geokodierung speziell von flugzeuggetragenen
Scanneraufnahmen implementiert, verglichen und weiterentwickelt.
Die Arbeitsgruppe kooperiert mit Prof. Dr. Leonie Dreschler-Fischer im Arbeitsbereich
`Kognitive Systeme' des
Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg und ist dort
auch räumlich angesiedelt. Die Auswertung der Bilddaten und Meßergebnisse findet an einem Workstation-Cluster statt. Zur Zeit besteht die Arbeitsgruppe
neben Prof. Dr. J. Bienlein und Prof. Dr. H. Spitzer aus drei Doktoranden und zwei Diplomanden.
Publikationen (postscript files) und weitere Informationen können über den WWW-Server der Arbeitsgruppe abgerufen werden:
http://kogs-www.informatik.uni-hamburg.de/projects/Censis.html
Kontakt:
Prof. Dr. Hartwig Spitzer
II. Inst. f. Experimentalphysik / CENSIS
Luruper Chaussee 149
22761 Hamburg
040 / 8998 2313
Hartwig.Spitzer@desy.de
Dipl.-Phys. Andre Rothkirch,
c/o FB Informatik / KOGS
Vogt-Kölln-Str. 30
22527 Hamburg
040 / 42883 2603
rothkirc@informatik.uni-hamburg.de
Dipl. Phys. Gerhard Meister
c/o FB Informatik / KOGS
Vogt-Kölln-Str. 30
22527 Hamburg
040 / 42883 2601
meister@informatik.uni-hamburg.de
Dipl. Phys. Ramon Franck
c/o FB Informatik / KOGS
Vogt-Kölln-Str. 30
22527 Hamburg
040 / 42883 2601
franck@informatik.uni-hamburg.de
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