OSCAR: Rechnergestützte Bildauswertung als Hilfsmittel zur Verifikation von Abrüstungsvereinbarungen

Finanzierung: Volkswagen-Stiftung
Laufzeit: 10/89 - 12/93
Mitarbeiter: Prof. Leonie Dreschler-Fischer; Dipl.-Inform. Christian Drewniok; Dipl.-Inform. Harald Lange; Dipl.-Inform. Carsten Schröder

Seit dem Sommer 1988 existiert die "Arbeitsgruppe Naturwissenschaft und Internationale Sicherheit in der Universität Hamburg", der Mitglieder der Fachbereiche Physik, Mathematik und Informatik angehören. Ihr Ziel ist die gemeinsame Durchführung von interdisziplinären Lehr- und Forschungsvorhaben im Bereich der Friedensforschung. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe wurde 1989 die Arbeit im Projekt OSCAR aufgenommen, das von L. Dreschler-Fischer geleitet wird. Es wird untersucht, wie sich die Verifikation von Abrüstungsvereinbarungen mittels Einsatz von Beobachtungssatelliten und -flugzeugen durch die Entwicklung rechnergestützter Verfahren zur Auswertung der dabei anfallenden Bilddaten unterstützen läßt. Ziel ist ein wissensbasiertes Bildauswertesystem, das durch Selektion relevanter Daten aus der Datenflut die Datenmenge für die menschlichen Auswerter auf ein bewältigbares Maß reduziert. Die Untersuchungen werden von drei Doktoranden in Kooperation mit Mitarbeitern der Physik durchgeführt.

In der ersten Phase des Projektes stand die Analyse der politischen und wissenschaftlich-technischen Rahmenbedingungen im Vordergrund. Ausgehend hiervon wurde ein Systemkonzept entwickelt, das den Aufbau eines wissensbasierten Systems zur Luft- und Satellitenbildauswertung konzeptionell beschreibt. Die durch das System zu bearbeitende Aufgabenstellung besteht in der Detektion, Lokalisation und Interpretation von Veränderungen an statischen Strukturen durch den Vergleich der Bilddaten mit Referenzinformationen über die untersuchte Szene. Da es sich hier um Informationen handelt, wie sie sich typischerweise in Karten finden, bieten sich zur Repräsentation Datenbanksysteme zur Verwaltung räumlicher Daten an. Für die Interpretation detektierter Veränderungen ist darüberhinaus der Zugriff auf allgemeines Wissen erforderlich, das z.B. den typischen Aufbau eines Flughafens beschreibt. Weitere Kernbestandteile des Systems stellen die Steuerung des Auswerteprozesses sowie die automatische Umsetzung generierter Anfragen an das Bild in Bildverarbeitungsprozesse dar. Dementsprechend liegen die Schwerpunkte der Arbeit auf den Bereichen Wissensrepräsentation und Datenbanken, Logik und Inferenzmechanismen sowie wissensbasierte Konfigurierung von Bildverarbeitungsprozessen.

Eine wichtige Grundlage für die experimentelle Arbeit wurde durch den Erwerb geeigneter Bilddaten geschaffen. In Kooperation mit dem CENSIS-Projekt "Physikalische Grundlagen der Fernerkundung" wurden zu diesem Zweck zwei Überfliegungen des Flughafengeländes in Nürnberg durchgeführt.

Publikationen im Projekt


LKI KOGS (Computer Science Department)

25/1/95
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